Training zur Führung mit Künstlicher Intelligenz (KI) vermittelt wichtige Kompetenzen

 

Die Entwicklung der eigenen Kompetenzen zur Führung mit KI ist für jede Führungskraft elementar. Dabei ist die Kombination von intensivem Training und fortlaufender Weiterentwicklung in der beruflichen Praxis im Einsatz der KI entscheidend.

Führung mit KI besitzt eine soziotechnische Struktur auf Basis eines agilen Führungsmodells. Deshalb verbinden die Trainings notwendige neue Fähigkeiten, zum Beispiel zum Verständnis und Einsatz der KI, mit weiterhin wichtigen bestehenden Kompetenzen einer Führungskraft. Zu diesen Fähigkeiten zählen zum Beispiel das Treffen von Entscheidungen, die Entwicklung der Mitarbeitenden und der Unternehmenskultur.

Die folgenden Fragen und Antworten geben Führungskräften einen Einblick in Details der Trainings Führung mit KI.

 

Welche konkreten Aufgaben können im Alltag einer Führungskraft wirksam durch KI unterstützt werden?

Künstliche Intelligenz kann Führungskräfte bei zahlreichen Aufgaben als Assistenz oder in der Funktion als Agent unterstützen. Durch die Unterstützung bei analytischen oder wiederholenden Aufgaben gewinnen Führungskräfte Zeit für eigene Entscheidungen, die Kommunikation und Mitarbeiterführung. In folgenden Aufgaben ersetzt die KI nicht die Führungskraft, sondern kann wertvolle Unterstützung bieten:
  • Recherche von Informationen und Bereitstellung von relevanten Dokumenten, Richtlinien, Projektdaten im Wissensmanagement.
  • Erstellung von Texten, Bilder und Grafiken, zum Beispiel Entwürfe für E-Mails oder Präsentationen.
  • Erstellung von Protokollen und Zusammenfassungen von Meetings, Beiträgen oder Berichten, inklusive der Ableitung von Aufgaben und Erstellung von To-Do-Listen.
  • Unterstützung im Recruiting durch die Vorauswahl von Bewerbungen (Screening der Lebensläufe), das Matching von Kandidaten zu Stellenprofilen oder die Terminierung von Interviews (Einsatz von Chatbots).
  • Erstellung von personalisierten Lernprogrammen für Mitarbeitende mit KI-basierten Lernplattformen.
  • Unterstützung bei der Leistungsbewertung, zum Beispiel Analyse von Leistungsdaten und Strukturierung des Feedbacks und Vorschläge für Entwicklungsgesprächen.
  • Verbesserung der Projekt- und Aufgabenplanung durch Vorschläge für Zeitpläne, Prioritäten, Ressourcenverteilung.
  • Erstellung von Risikoanalysen und vorausschauende Identifikation von möglichen Risiken (Predictive Analytics), zum Beispiel auf Basis von Projektdaten oder Finanzzahlen.

Welche Kompetenzen sind besonders wichtig zur Erfüllung der Führungsaufgaben mit KI?

Die Kombination von sozialen und technischen Kompetenzen ist die Besonderheit in der Führung mit KI. Auf Basis dieser Struktur ergeben sich die notwendigen Kompetenzen, die eng verknüpft sind. Führungskräfte können in Kooperation mit der KI die eigenen Kompetenzen weiterentwickeln.

Dazu drei Beispiele, wie die Kooperation mit der KI übergreifende Kompetenzen der Führungskräfte stärken kann:

Das analytische Denken kann mit Auswertungen der KI unterstützt werden. Probleme werden weiterhin durch die Führungskraft eigenständig strukturiert, mögliche Wirkungen antizipiert und entsprechende Maßnahmen bestimmt.

Das konzeptionelle Denken kann durch die Vorarbeit der KI beschleunigt werden. Die eigene Fähigkeit zur eigenständigen Entwicklung von Strategie und Ideen wird auf den eigentlichen kreativen Prozess fokussiert.

Die Argumentation und Überzeugungskraft von Führungskräften werden gestärkt. KI kann Konzepte oder Texte überprüfen, bewerten und Alternativen aufzeigen. Auch der Umgang mit gegenteiligen Positionen kann mit Unterstützung der KI verbessert werden, um als Führungskraft Lösungen für eigene Aufgaben zu finden.


Welche Rollen einer Führungskraft sind zur sinnvollen Nutzung der KI besonders wichtig?

Zur Führung mit KI verschiebt sich der Fokus in den Rollen einer Führungskraft. Die Hierarchiestufe in einer Organisation ist dazu kaum bedeutsam. Das bedeutet, von der Team-Leitung bis zur Unternehmensleitung ist der neue Fokus in den Rollen wichtig.

Führungskräfte sind Sparringspartner, zum Beispiel für KI-Experten in einem Unternehmen. Dabei agieren sie als Vernetzer der verschiedenen Fachabteilungen. Denn KI ist niemals nur ein Thema der IT. Die Führungskraft aktiviert die Mitarbeitenden zur Kollaboration.

Führungskraft sind mehr denn je sogenannte Möglichmacher. Diese Rolle bedeutet, bestehende Hindernisse in einer Organisation abzubauen. Hindernisse können zum Beispiel etablierte Strukturen und Prozesse in einer Organisation sein.

Die Rolle des Entwicklers bedeutet, als Führungskraft die ständige Veränderung zu ermöglichen. Der Einsatz der KI, die sich laufend weiterentwickelt, bedingt die permanente Transformation.

Traditionellen Rollen in der Führung bleiben weiter relevant. Führungskräfte bleiben Entscheider. Die Entscheidungsprozesse verändern sich allerdings durch den Einsatz der Künstlichen Intelligenz im Management.


Welche Auswirkungen hat die KI auf die Unternehmenskultur und Zusammenarbeit mit Mitarbeitenden?

Die Unternehmenskultur hat zur erfolgreichen Transformation mindestens die gleiche Bedeutung wie die KI-Technologie. Deshalb ist das Thema Kultur in den Trainings von hoher Relevanz, um als Führungskraft die Zusammenarbeit der Mitarbeitenden zu sichern.

KI kann sehr unterschiedliche Auswirkungen auf die Unternehmenskultur und Zusammenarbeit besitzen. Die Wirkungen hängen von den konkreten Anwendungen der KI, den gewünschten Zielen und erreichten Wirkungen ab.

Positive Wirkungen können im Einsatz der KI durch die Reduzierung von lästigen Routinearbeiten entstehen. Mitarbeitende können sich auf werthaltige Tätigkeiten und die gemeinsame Zusammenarbeit konzentrieren. Die Unternehmenskultur wird positiv gestärkt.

Negativ auf die Unternehmenskultur auswirken kann sich Workslop. Der Begriff bezeichnet mangelhafte oder fehlerhafte Leistungen der KI, die professionell und korrekt aussehen. Tatsächlich erhöht Workslop den Arbeitsaufwand der beteiligten Führungskräfte und Mitarbeitenden. Dadurch wird das gegenseitige Vertrauen reduziert, die Leistungsfähigkeit wird geringer bewertet und die Zusammenarbeit der Mitarbeitenden gestört.


Wie kann bei Mitarbeitenden Vertrauen in Künstliche Intelligenz aufgebaut werden?

Um Akzeptanz und Vertrauen in KI zu schaffen, ist für Transparenz zum Einsatz der KI, zu deren Grenzen und Risiken zu sorgen. Die Ziele für den Einsatz der KI sind eindeutig zu benennen.

Die Einbindung der Führungskräfte und Mitarbeitenden ist elementar. Über Pilotprojekte in einzelnen Teams oder begrenzten Anwendungen können Erfahrungen gesammelt und ausgetauscht werden.

Die notwendigen Kompetenzen sind bei den Mitarbeitenden aufzubauen, um selbstbewusst auf Augenhöhe die KI einsetzen zu können. Die Fähigkeiten sind wichtig, die Ergebnisse der KI hinterfragen und für die eigene Arbeit nutzen zu können.

Klare Regeln und Verantwortlichen sind zu definieren, wann die KI unterstützt oder entscheidet. Die Abläufe sind entsprechend anzupassen, damit das Prinzip umgesetzt wird „Human-in-the-loop“.

Positive Erfahrungen in der Nutzung der KI unterstützen das Vertrauen. Zugleich ist wichtig, dass über Fehler und Leistungsdefizite der KI offen gesprochen wird, um das Vertrauen nicht wieder zu zerstören.


Wie können die Transparenz und Nachvollziehbarkeit von Ergebnissen und Entscheidungen der Künstlichen Intelligenz gewährleistet werden?

Führungskräfte sollten für größere Transparenz und erhöhte Nachvollziehbarkeit technische und organisatorische Maßnahme umsetzen. Die Kombination der Maßnahmen ist entscheidend.

Führungskräfte können die KI direkt nach der Herkunft der Daten fragen und wie die Ergebnisse zustande gekommen sind. Die Gewichtung der Fakten und Alternativen sollten dargestellt werden. Die Ergebnisse und deren Herleitung sollten dokumentiert werden.

Der Einsatz von erklärbaren KI-Modellen und Anwendungen sorgt für Transparenz. Entscheidungen werden nach vorgegebenen Regeln begründet und Einflussfaktoren sichtbar gemacht.

Die Entscheidungsprozesse sind transparent zu definieren, bevor die KI zum Einsatz kommt. Die Ergebnisse sollten für Führungskräfte und Mitarbeitende nachvollziehbar sein.

Regelmäßige Tests der KI sorgen für die Nachvollziehbarkeit. Die strukturierte und kontinuierliche Prüfung ermittelt Verzerrungen und Fehler.


Welche ethischen und rechtlichen Rahmenbedingungen müssen im Einsatz der KI beachtet werden?

Im Training werden die wichtigsten Regulierungen benannt. In Deutschland werden durch den EU AI Act, die DSVGO und das Betriebsverfassungsgesetz wesentliche rechtliche Rahmenbedingungen gesetzt. Führungskräften zeigen diese Regelwerke die Möglichkeiten zum Einsatz der KI und der Beteiligung der Mitarbeitenden bzw. der Personalvertretungen. Zusätzlich können Führungskräfte in der Organisation ethische Leitlinien für die betriebliche Praxis bestimmen. Der Ethikbeirat HR Tech hat hierzu wesentliche Aspekte zusammengefasst. Dazu zählen diese Punkte, die für jede Führungskraft relevant sind:
  1. Transparenten Zielsetzungsprozess etablieren: Vor der Einführung einer KI-Lösung muss die Zielsetzung für die Nutzung definiert werden. In diesem Prozess sollen alle relevanten Interessensgruppen identifiziert und eingebunden werden.
  2. Menschen entscheiden: Wer KI-Lösungen einsetzt, sollte sicherstellen, dass bei wichtigen Entscheidungen die Letztentscheidungsbefugnis eine natürliche Person besitzt.
  3. Genauen Zweck darstellen: Wer personenbezogene Daten für KI-Lösungen nutzt, sollte im Vorfeld definieren, für welche Zwecke diese verwendet werden und sicherstellen, dass diese Daten nur dafür genutzt werden.
  4. Diskriminierung vermeiden: Wer KI-Lösungen entwickelt oder nutzt, muss sicherstellen, dass die zugrunde liegenden Daten über eine hohe Qualität verfügen und systembedingte Diskriminierungen ausgeschlossen werden.
  5. KI laufend überprüfen: Wer KI-Lösungen nach den vorliegenden Richtlinien einführt, soll transparent sicherstellen, dass die Richtlinien auch bei der betrieblichen Umsetzung und der Weiterentwicklung beachtet werden.

Wie ist mit Verzerrungen (Bias) oder Fehlern von Künstlicher Intelligenz umzugehen?

Führungskräfte sollten im Umgang mit Verzerrungen (Bias) oder Fehlern dem Prinzip „Human-in-the-Loop“ folgen. Das bedeutet, das die verantwortlichen Führungskräfte die letzte Entscheidung haben. Zumindest sollte im Entscheidungsprozesse Einfluss genommen werden können.

Die Transparenz schaffen verbindliche Kontrollmechanismen und -prozesse. Dazu zählt auch die Dokumentation der KI-Anwendungen, um Fehlerquellen leichter zu identifizieren. Welche Daten genutzt und nach welchen Regeln diese verwertet wurden, sollte nachvollziehbar sein.

Sinnvoll sind regelmäßige Qualitätsprüfungen und systematische Tests. Diese können Fehler und Verzerrungen identifizieren oder sogar provozieren. Nicht zuletzt sollten Mitarbeitende im Umgang mit KI geschult werden. Alle Beteiligten sollten KI-Ergebnisse hinterfragen und Plausibilität prüfen.


Wie gelingt es, Mitarbeitende für den Einsatz von KI zu befähigen und Ängste abzubauen?

Die größte Angst von Führungskräften und Mitarbeitenden ist, dass die KI ihren Job übernimmt, zum Beispiel im Kundenservice. In den meisten Fällen wird Künstliche Intelligenz als eine neue Kollegin zum Einsatz kommen. Dadurch werden sich die Jobs der Führungskräfte und Mitarbeitenden verändern, jedoch nicht komplett ersetzt werden.

Führungskräfte sollten vor dem Einsatz die möglichen Auswirkungen auf die Jobprofile antizipieren und mit den Mitarbeitenden transparent machen. Im Ergebnis wird das notwendige Upskilling der Mitarbeitenden festgelegt, um sich für die Zusammenarbeit mit der KI zu befähigen.

Der Szenario-Test hat sich als Maßnahme bewährt. In diesem Test wird das Zielbild überprüft, wie die Zusammenarbeit mit der KI erfolgen wird. Im Ergebnis wird die Akzeptanz der Mitarbeitenden erhöht und die notendige Befähigung festgelegt.


Wie wird KI sinnvoll in die Personalentwicklung integriert?

Dier Einsatz von KI kann die Personalentwicklung individualisieren. Ein weiterer Vorteil besteht darin, mit KI die Kompetenzen fortlaufend zu aktualisieren. Das bedeutet, die Personalentwicklung wird an den Bedarf des Unternehmens und der Mitarbeitenden angepasst.

Zur Individualleitung und Aktualisierung gehören auch die Konzeption der Personalentwicklung und Planung der Maßnahmen. Dazu zählen auch die passende Auswahl an Methoden und Medien in der Personalentwicklung. Das Angebot kann von standardisierten Trainings über Test bis hin zu strukturierten Feedback-Systemen reichen.

Der notwendige Aufwand für die passenden Angebote in der Personalentwicklung kann durch den Einsatz der KI reduziert werden. Dazu ist eine integrierte Datenbasis im Unternehmen und die Verknüpfung mit anerkannten externen Quellen wichtig.


Zum Schluss eine Auswahl weiterführender Literatur zum Training und Entwicklung der Führung mit KI:

Wesentliche Elemente der Führungskräfteentwicklung mit KI hat Harvard ausgearbeitet in Aboumoussa et al. (2024)

Den Forschungsstand der Führungskräfteentwicklung mit KI hat zusammengefasst CIPD (2023)

Die besondere Bedeutung der Selbstführung bei der Führung mit KI betrachtet Furtner et al. (2025)

Die Möglichkeiten als Führungskraft zur Entwicklung von Kompetenzen mit KI zeigen Khandelwal et al. (2024)


 

Zum Training Führung mit KI – neue Kompetenzen zum Führen

 


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