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Michael Groß ist mit insgesamt 21 Titelgewinnen bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften der erfolgreichste Schwimmsportler in Deutschland. Insgesamt gewann er 39 Medaillen bei internationalen Meisterschaften und stellte 12 Weltrekorde auf.

    • 1984:   Gold über 200 m Freistil und
      100 m Schmetterling
      Silber über 200 m Schmetterling und
      4×200 m Freistilstaffel


    • 1988:   Gold über 200 m Schmetterling
      Bronze mit der 4×200 m Freistilstaffel

    • 1982:   Gold über 200 m Freistil und
      200 m Schmetterling
      Silber über 100 m Schmetterling
      Bronze mit der 4×100 m Lagenstaffel und
      4×200 m Freistilstaffel

    • 1986:   Gold über 200 m Freistil und
      200 m Schmetterling
      Silber mit der 4×100 m Lagenstaffel und
      4×200 m Freistilstaffel

    • 1991:   Gold mit der 4×200 m Freistilstaffel
      Silber über 100 m Schmetterling und
      200 m Schmetterling
      Bronze mit der 4×100 m Lagenstaffel
    • 1981:   Gold über 200 m Schmetterling
      Silber mit der 4×200 m Freistilstaffel
      Bronze mit der 4×100 m Freistilstaffel

    • 1983:   Gold über 200 m Freistil
      100 m Schmetterling
      200 m Schmetterling
      und mit der 4×200 m Freistilstaffel
      Silber mit der 4×100 m Lagenstaffel

    • 1985:   Gold über 200 m Freistil
      100 m Schmetterling
      200 m Schmetterling und
      4×100 m Freistilstaffel
      der 4×200 m Freistilstaffel und
      4×100 m Lagenstaffel

    • 1987:   Gold über 200 m Schmetterling und
      mit der 4×200 m Freistilstaffel
      Silber über 100 m Schmetterling und
      4×100 m Freistilstaffel
      Bronze über 200 m Freistil

Vom Zufall zum Hobby mit Weltruhm

Der Hausarzt empfahl seiner Mutter, den Sohn zum Schwimmen zu schicken, um die Probleme mit seinem schnellen Wachstum in den Griff zu bekommen. Schnell gefiel ihm das nasse Element und er nahm an ersten Wettkämpfen teil. Michael Groß startete in seiner ganzen Karriere danach nur für einen Verein, den Ersten Offenbacher Schwimmclub.

Aufgrund seines Schwimmstils im Schmetterling und wegen seiner großen Arm-Spannweite von 2,13 Metern bei 2.01 Meter Körpergröße gab ihm 1983 ein Journalist der französischen Sporttageszeitung L´Equipe den Spitznamen Albatros.

Bereits mit 16 Jahren hätte Michael Groß bei Olympia in Moskau teilnehmen können. Das bundesdeutsche NOK boykottierte jedoch die Moskauer Spiele. Als der Schwede Pär Arvisson 54,92 Sekunden Olympiasieger wurde, schwamm Groß die 100 Meter Schmetterling fast zur gleichen Zeit in 54,69 Sekunden, aber leider im kanadischen Toronto.

Erster Titel bei der Europameisterschaft in Split/Kroatien über 200 Meter Schmetterling. Aber auch Disqualifikation über die halbe Distanz, da er mit nur einer Hand anschlug. Ein Anfängerfehler mit 17.

Der endgültige Durchbruch. Gerade volljährig geworden, wurde Michael Groß in Guayaquil/Ecuador zweimal Weltmeister über 200 m Freistil und 200 m Schmetterling. Er besiegte jeweils die Weltrekordler aus den USA. Erstmals „Sportler des Jahres“ in Deutschland.

Erster Weltrekord bei den Deutschen Meisterschaften in Hannover über 200 Meter Freistil, danach gewann er 4x Gold bei den Europameisterschaften in Rom. Erstmals Weltschwimmer des Jahres.

Zweimal Olympiasieger in Los Angeles (200 Meter Freistil und 100 Meter Schmetterling), immer mit Weltrekord. Doch die größte Niederlage über 4x200 Meter Freistil folgte: Die bundesdeutsche Mannschaft war über vier Sekunden schneller als ihr vorheriger Weltrekord, aber auch vier Hunderstel langsamer als die USA.

Der eigentliche Höhepunkt der Karriere: Groß erzielt weitere Weltrekorde über 400 Meter Freistil und 200 Meter Schmetterling. Als erster Mensch seit Mark Spitz 1972 hält er gleichzeitig vier Weltrekorde. Nebenbei sechsfacher Europameister in Sofia/Bulgarien.

Groß verteidigt bei den Weltmeisterschaften in Madrid seine beiden Titel aus 1982. Er schwimmt seinen letzten Weltrekord über 200 Meter Schmetterling, bis heute noch der gültige Deutsche Rekord. Schon wieder wird die Staffel 4x200 Meter Freistil verloren, diesmal mit fünf Hunderstel Rückstand gegen die DDR.

Die erste große Verletzung an der Schulter führt fast zur Absage der Europameisterschaft. Zum Glück nicht: Neben dem Erfolg über 200 Meter Schmetterling (zum vierten mal in Serie) holt die Bundesrepublik den Titel über 4x200 Meter Freistil, mit Weltrekord und vor der DDR.

Bei Olympia in Seoul/Korea folgt der dritte Olympiasieg, diesmal über 200 Meter Schmetterling. Die Ehrung „Sportler des Jahres“ erfolgt zum vierten Mal.

Nach einer Pause zum Abschluss des Studiums im Jahr 1990 folgt auch im Sport das Finale im Januar mit der WM in Perth/Australien. Groß schwimmt zum Titel Nummer 5 – endlich im Team über 4x200 Meter Freistil und das sogar mit der frisch wiedervereinigten deutschen Mannschaft. Besser geht es nicht. Er beendet die Karriere, steigt voll in den Beruf und die Promotion ein.
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